#44 Gestresst in die Teamsitzung, gehetzt raus? Geht auch anders! Bonus: Guide "30 Fragen für entspannte Teamsitzungen"
In dieser Folge spreche ich darüber, wie Check-in und Check-out Runden deine Teamsitzungen verändern können.
Wir schauen uns an, warum diese kurzen Runden am Anfang und Ende eurer Sitzungen so kraftvoll sind – und wie du sie in drei einfachen Schritten in deiner Praxis einführst.
Du bekommst konkrete Impulse, wie dein Team wirklich ankommt (und bewusst rausgeht), statt einfach gehetzt von Termin zu Termin zu springen.
Passend zur Folge habe ich für dich einen Quick-Guide mit 30 Fragen für entspannte Teamsitzungen erstellt – alle sortiert nach Zweck, plus einen 3-Schritte-Umsetzungsplan, damit du direkt loslegen kannst.
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Hier kannst du die Folge anhören:
Kennst du das Gefühl, eine Teamsitzung hinter dir zu lassen und zu denken: "Das war irgendwie gehetzt"? Mit zwei simplen Ritualen - dem Check-in am Anfang und dem Check-out am Ende - kannst du genau das ändern. Wie das geht und warum es sich lohnt, erkläre ich dir hier.
Entspanntere Teamsitzungen in deiner Therapiepraxis? So funktioniert's mit Check-in und Check-out-Runden
Vielleicht kennst du das als Praxisinhaber*in auch. Du sitzt in der Teamsitzung, alle sind da - aber irgendwie fühlt es sich an, als wären alle noch ganz woanders mit dem Kopf. Da ist die eine Kollegin, die gerade eine anstrengende Therapie hinter sich hat. Die andere macht sich Sorgen um eine Patientin. Und du selbst denkst noch an diese eine E-Mail, die kurz vor der Sitzung reingekommen ist.
Und dann soll es jetzt schnell um Organisatorisches gehen - die Warteliste, die neue Fortbildung, vielleicht sogar eine Fallbesprechung. Das kann ganz schön herausfordernd sein, wenn eigentlich alle noch irgendwie dazwischenhängen und noch gar nicht wirklich angekommen sind.
Und vielleicht kennst du das auch am Ende der Sitzung: Zwei Minuten vor Schluss sind einige gedanklich schon beim nächsten Thema. Sobald die Zeit vorbei ist, läuft jede schnell weiter — zur nächsten Therapie, ins Büro, oder schon in Gedanken beim Einkauf danach. Ihr habt zwar die To-do-Liste abgearbeitet, aber es bleibt dieses Gefühl: Das war ziemlich gehetzt. Es gab keinen klaren Einstieg, keinen richtigen Abschluss.
Genau dieses Problem können Check-in und Check-out Runden lösen. Und das Gute daran: Das ist kein stundenlanger Workshop, den du mit deinem Team durchlaufen musst. Es sind wirklich nur ein paar Minuten - die aber einen riesigen Unterschied machen können.
Was sind Check-in und Check-out Runden überhaupt?
Ein Check-in ist eine kurze Runde am Anfang der Teamsitzung, in der jede Person kurz sagt, wie es ihr gerade geht, was sie beschäftigt oder wie sie sich fühlt. Kurz und knackig — vielleicht dreißig Sekunden pro Person, vielleicht auch etwas mehr, je nachdem wie viel Zeit ihr habt und wie groß euer Team ist.
Ein Check-out ist dann genau das Gleiche am Ende der Sitzung. Da geht es darum, die Sitzung kurz zu reflektieren: Was nehme ich mit? Wie geht es mir jetzt? Was brauche ich noch?
Wichtig dabei: Es geht in diesen Runden nicht nochmal um Arbeitsthemen. Es geht nicht darum, schnell eine Aufgabe zu besprechen. Es geht wirklich darum, wie es der Person gerade geht — was sie gerade bewegt.
Ich weiß, das klingt vielleicht erstmal ein bisschen weich. Vielleicht sogar unnötig. Aber ich sage dir: Das macht tatsächlich einen riesigen Unterschied. Und hier kommt auch der Grund dafür.
3 Dinge, die Check-in und Check-out Runden in deiner Praxis bewirken
1. Sie schaffen psychologische Sicherheit
Psychologische Sicherheit bedeutet, dass sich Menschen in einem Team sicher fühlen - sicher, sie selbst zu sein. Sicher, Fehler zuzugeben. Sicher, Fragen zu stellen. Sicher, auch mal zu sagen: "Mir geht es gerade nicht so gut." Oder natürlich auch: "Mir geht es gerade super."
Die amerikanische Forscherin Amy Edmondson hat das Thema psychologische Sicherheit näher untersucht und herausgefunden: Teams mit hoher psychologischer Sicherheit sind innovativer, machen weniger Fehler und sind allgemein zufriedener in ihrer Arbeit. Das wünschen wir uns in der Praxis doch, oder?
Check-in und Check-out Runden schaffen genau das. Sie signalisieren: Hier ist Raum für dich als Person - nicht nur für deine Funktion als Therapeut*in.
2. Sie reduzieren Stress und sorgen für Entlastung
Wenn ich mit etwas Schwerem im Kopf in eine Sitzung gehe und das nicht aussprechen kann, weil überhaupt kein Rahmen dafür da ist, kostet mich das unglaublich viel Energie, trotzdem bei der Sache zu bleiben. Ich kann kaum wirklich präsent sein, nicht richtig zuhören, merke vielleicht gar nicht richtig, was gerade besprochen wird.
Wenn ich aber kurz sagen kann — "Ich bin gerade noch ziemlich aufgewühlt, weil die letzte Therapie sehr intensiv war" — dann kann ich das in dem Moment ein Stück weit loslassen. Es geht gar nicht darum, dass direkt eine Lösung gefunden werden muss. Manchmal ist es einfach wichtig, dieses Thema zu platzieren und einen kleinen Ballast abzuwerfen. Der Gedanke danach: Mein Team weiß Bescheid. Ich kann mich jetzt besser auf die Sitzung konzentrieren.
3. Sie stärken die Resilienz deines Teams
Resilienz bedeutet, dass wir mit Herausforderungen und Belastungen gut umgehen können, ohne daran zu zerbrechen. Und Herausforderungen und Stressoren gibt es im Therapiealltag natürlich zuhauf.
Check-in und Check-out Runden können dabei wie kleine Resilienzübungen wirken. Sie helfen uns, kurz innezuhalten und zu merken: Wie geht es mir eigentlich gerade? Was brauche ich? Was läuft gut? Wo bin ich gerade angespannt? Es ist ein kleiner Reflexionsmoment, der kurz auf eine imaginäre Stopptaste drückt - bevor du in die nächste Therapie gehst, bevor du gleich das Bewerbungsgespräch führst, bevor der Nachmittag losgeht.
Das ist unglaublich wertvoll, weil viele Menschen im Praxisalltag einfach so funktionieren, dass sie gar nicht mehr merken, wie es ihnen eigentlich geht. Sie rennen von Termin zu Termin - und irgendwann sind sie erschöpft und fragen sich, wie das passieren konnte.
Check-in und Check-out sind natürlich nicht das einzige Tool, das Resilienz stärkt. Aber sie sind ein kraftvoller kleiner Baustein.
So führst du Check-in und Check-out in 3 Schritten ein
Schritt 1: Erkläre deinem Team, was ihr macht und warum
Das ist wirklich wichtig. Spring nicht einfach rein, sondern nimm dir ein paar Minuten, um zu erklären, was das überhaupt ist, warum ihr das macht und was es euch bringt.
Du könntest zum Beispiel sagen: "Liebes Team, ich möchte heute mal was Neues ausprobieren. Wir starten mit einer kurzen Check-in-Runde in unsere Teamsitzung, in der jede von uns kurz eine Frage beantwortet. Das soll uns dabei helfen, wirklich hier anzukommen und präsent zu sein. Und am Ende - nur damit ihr das schon mal wisst - machen wir eine Check-out-Runde, damit wir die Sitzung bewusst abschließen und nicht einfach auseinanderlaufen. Im Großen und Ganzen geht es darum, ein bisschen Stress rauszunehmen und langfristig für mehr Entlastung zu sorgen."
Natürlich soll es dir selber auch gut über die Lippen gehen - überleg, wie du das deinem Team schmackhaft machen kannst, ohne es aufzuzwingen.
Schritt 2: Wähle eine passende Frage aus
Für den Check-in gibt es zum Beispiel Fragen wie:
Wie geht es dir gerade - in drei Worten?
Was war heute schon ein schöner Moment für dich?
Auf einer Energieskala von 1 bis 10: Mit wie viel Energie kommst du heute hier an?
Für den Check-out zum Beispiel:
Was nimmst du aus dieser Sitzung mit - in einem Satz?
Mit welchem Gefühl gehst du aus der Sitzung?
Was brauchst du gerade, um gut in den Rest des Tages zu gehen?
Wichtig dabei: Alle Antworten bleiben kurz - ein bis drei Sätze. Und sie werden von den anderen nicht kommentiert, sondern nur gehört.
Im Quick Guide: 30 Fragen für entspannte Teamsitzungen findest du 30 konkrete Fragen - 15 für den Check-in, 15 für den Check-out, sortiert nach Zweck.
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Schritt 3: Dranbleiben - auch wenn es anfangs holprig ist
Nehmt euch Zeit und bleibt dran. Am Anfang kann sich das Ganze komisch anfühlen. Vielleicht sind manche im Team auch skeptisch, es gibt betroffenes Schweigen oder niemand weiß, wie anfangen. Das ist gar nicht schlimm - das ist normal.
Check-in und Check-out Runden sind eine neue Gewohnheit, und die braucht manchmal ein bisschen Zeit, um sich einzuschleifen. Meine Empfehlung: Probiert es einfach mal in den nächsten drei Teamsitzungen aus. Schaut dann gemeinsam, wie es war, was sich verändert hat, was ihr noch anpassen möchtet. Meistens merkt ihr schon nach der zweiten oder dritten Runde, dass es lockerer wird - die Leute trauen sich mehr, die Sitzung fühlt sich anders an.
Und noch ein Tipp: Du musst nicht dauerhaft die Moderator*in dieser Runden sein. Rotiert das ruhig - sodass jede Woche jemand anderes die Check-in-Frage stellt und die Check-out-Runde moderiert. Das verteilt Verantwortung und macht es zu einem echten Team-Ritual, nicht zu deiner persönlichen Aufgabe.
Die drei häufigsten Stolpersteine - und wie du damit umgehst
"Das fühlt sich komisch an."
Ja, das stimmt. Aber das ist normal. Vielleicht seid ihr es nicht gewohnt, in der Teamsitzung über persönlichere Dinge oder Gefühle zu sprechen. Vielleicht herrscht eher eine Kultur von: Wir arbeiten Organisatorisches ab — und dann gehen wir. Nach zwei, drei Runden wird das Ganze schon selbstverständlicher.
"Wir haben keine Zeit dafür."
Das höre ich öfter, und ich verstehe das auch total. Der Praxisalltag ist voll, die Teamsitzungen sind eh schon knapp bemessen. Aber: Check-in und Check-out dauern insgesamt vielleicht fünf bis zehn Minuten — je nachdem, wie viele ihr seid und wie kurz jede Antwort bleibt. Und diese Zeit lohnt sich. Wenn alle wirklich ankommen und präsent sind, läuft die Sitzung danach häufig effektiver. Die Leute bringen sich klarer ein, ihr findet schneller zu Lösungen, es gibt weniger Diskussionen. Es kostet Zeit — und ist gleichzeitig eine Investition, die sich auszahlt.
"Die Antworten sind immer gleich."
Das kann passieren, vor allem wenn ihr immer dieselbe Frage stellt. Deshalb mein Tipp: Variiert die Fragen. Ihr könnt euch als Team auch fragen, welche Frage euch heute helfen würde. Mit der Zeit könnt ihr sogar euren eigenen Fragenkatalog entwickeln — sammelt einfach die Fragen, die zu euch passen, und legt sie an einem Ort ab, auf den alle Zugriff haben — zum Beispiel eurem Praxishandbuch. Und manchmal ist es auch okay, wenn die Antworten ähnlich sind. Manchmal reicht es einfach, dass jede kurz sagt: "Mir geht's gut, ich bin da." Auch das schafft Verbindung.
Warum das mehr ist als ein nettes Ritual
Check-in und Check-out sind nicht nur nette Rituale - sie sind ein Baustein für gesunde Strukturen in deiner Praxis.
Gesunde Strukturen sind für mich Strukturen, die nicht nur funktionieren, sondern die auch dafür sorgen, dass es allen gut geht. Dazu gehören nicht nur organisatorische Dinge wie Dienstpläne oder Abrechnungssysteme, sondern auch soziale und kulturelle Strukturen. Wie gehen wir miteinander um? Wie kommunizieren wir? Nach welchen Werten verhalten wir uns? Wie schaffen wir Raum für Reflexion und Austausch?
Check-in und Check-out sind so ein kultureller Baustein. Sie signalisieren:
Bei uns zählt jede Person.
Bei uns ist Raum für das, was dich bewegt.
Bei uns musst du nicht immer funktionieren.
Du siehst also: Da steckt schon eine ganze Menge drin.
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Wenn du jetzt denkst: "Alles klar, ich will das ausprobieren!" - dann habe ich genau das Richtige für dich.
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15 Check-in-Fragen
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Ich wünsche dir Zeit für gesunde Praxisführung!
Deine Ina