#47 Zeit für einen ehrlichen Rückblick - Quartalsreflexion für Praxisinhaber*innen zum Mitmachen (inkl. Workbook)

 

In dieser Folge führe ich dich durch eine angeleitete Reflexionsübung, mit der du auf dein letztes Quartal zurückblickst - mit echten Pausen zum Nachdenken. Für mehr Klarheit, Selbstfürsorge und Entlastung im Praxisalltag.

👉 Diese Folge funktioniert übrigens nicht nur zum Quartalsende - du kannst sie nutzen, wann immer du Lust hast, mal innezuhalten.

In der nächsten Folge erscheint die Fortsetzung: eine angeleitete Quartalsplanung, damit du mit Fokus in die nächsten Wochen starten kannst.

 

Dein Goodie zu dieser Folge: Das Workbook mit allen Reflexions- und Planungsfragen. In meiner Podcast-Goodie-Bibliothek findest du das Workbook zum Download - und alle anderen Goodies aus dem Podcast.

 

Hier kannst du die Folge anhören:


Diese Folge ist eine Einladung - nicht nur zum Zuhören, sondern zum Mitmachen. Ich leite dich durch eine Reflexionsübung für das Ende eines Quartals. Damit du klarer siehst, was die letzten Monate geprägt hat. Und damit du mit diesem Wissen bewusster ins nächste Quartal starten kannst.

Quartalsreflexion für Praxisinhaber*innen: Mit der 4L-Retrospektive bewusst innehalten

Bevor es weitergeht ins nächste Quartal, möchte ich dich heute dazu einladen, einmal bewusst zurückzuschauen. Nicht gehetzt, nicht so nebenbei - sondern ganz in Ruhe in dieser THERAPIEPAUSE. Damit du klarer siehst, was die letzten Monate geprägt hat. Und damit du mit diesem Wissen auch bewusster und klarer ins nächste Quartal starten kannst.

Und falls du diese Folge zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr liest: Das passt genauso gut. Reflexion funktioniert immer, egal ob am Ende eines Quartals, eines Monats, eines Jahres oder einfach dann, wenn du gerade Lust hast, mal innezuhalten.

Warum Reflexion so oft zu kurz kommt - und was sie wirklich bringt

Ich höre von vielen Praxisinhaber*innen im Coaching, dass Reflexion im Alltag häufig zu kurz kommt. Da fallen dann Sätze wie: "Ina, ich weiß, dass ich mal innehalten möchte - ich nehme mir das auch immer mal wieder vor, aber dann mache ich es am Ende doch nicht."

Ich verstehe das total. Zwischen Therapien, Teamfragen, Abrechnung und dem ganz normalen Wahnsinn an To-dos bleibt einfach oft wenig Raum, um einen Schritt zurückzutreten und zu schauen: Moment mal - wie geht es mir eigentlich gerade mit meiner Praxis, mit meinem Team, mit meinen Rollen? Was ist in den letzten Wochen und Monaten passiert? Was davon war hilfreich und was vielleicht doch eher nicht?

Und das Spannende ist: Wenn meine Kund*innen im Coaching sich dann doch diese Zeit nehmen, höre ich danach fast immer so etwas wie: "Das hat gut getan. Ich fühle mich jetzt klarer, auch ein Stück weit erleichtert und entlastet. Ich weiß jetzt besser, worauf ich mich fokussieren will. Ich sehe meine nächsten Schritte besser vor mir."

Manchmal kommt auch die Erkenntnis: "Ich habe gemerkt, dass ich ja doch schon einiges erreicht habe." Das geht im Alltag so oft unter. Im Rahmen der ganzen To-do-Listen, die ja auch nie wirklich fertig sind, entsteht manchmal der Eindruck, dass wir immer hinterherhechten und dem Ganzen nie gerecht werden. Dieser Perspektivwechsel - zu schauen, was in den letzten Monaten gut funktioniert hat, was du an den Start gebracht hast, was sich gut entfaltet hat - kann sehr entlastend sein.

Reflexion schafft Klarheit. Sie hilft dir dabei, bessere Entscheidungen treffen zu können. Sie zeigt dir, was funktioniert und was vielleicht anders werden darf. Und sie ist letztlich auch ein Akt der Selbstfürsorge: Du nimmst dich und deine Arbeit ernst genug, um auch mal hinzuschauen.

Die 4L-Retrospektive: Was steckt dahinter?

Die Methode, durch die ich dich heute führe, heißt 4L-Retrospektive. Sie kommt ursprünglich aus der agilen Arbeitswelt, wo Teams sie nutzen, um gemeinsam auf einen Zeitraum zurückzuschauen - was hat funktioniert, was nicht? Das klingt erstmal abstrakt für unseren Bereich, lässt sich aber wunderbar auf den Praxisalltag übertragen.

Die vier L stehen für vier englische Begriffe - jeder Begriff ist eine Frage, eine Perspektive auf die letzten drei Monate:

  • Liked - Was hat dir gefallen?

  • Learned - Was hast du gelernt?

  • Lacked - Was hat dir gefehlt?

  • Longed for - Was hast du dir gewünscht?

Dabei geht es nicht nur um Aufgaben oder To-dos. Es darf auch um Verhaltensweisen gehen, um Gewohnheiten, um deine Selbstfürsorge, um deine Rolle als Führungskraft - um alles, was dich als Inhaber*in einer Therapiepraxis bewegt hat.

Wenn du magst, schnapp dir Zettel und Stift. Und dann nimm dir für jede Frage wirklich einen Moment Zeit - lies sie in Ruhe, lass die Gedanken kommen, schreib auf, was dir einfällt.

Die vier Fragen der 4L-Retrospektive

1. Liked - Was hat dir gefallen?

Lass uns mit dem Positiven beginnen. Die Frage lautet: Was hat dir in den letzten drei Monaten richtig gut gefallen in der Praxis? Was war gut?

Das kann vieles sein. Vielleicht eine Entscheidung, die sich richtig angefühlt hat. Ein Moment mit deinem Team, der dich gefreut hat. Eine neue Gewohnheit, die du etabliert hast. Eine Veränderung in deiner Praxis, die gut funktioniert hat. Oder auch etwas vermeintlich Kleines - ein Morgen oder Nachmittag, an dem du entspannt in oder aus der Praxis gekommen bist. Vielleicht auch etwas, das du für dich selbst getan hast.

Was hat dir gefallen? Was hat dir Freude gemacht? Was hat funktioniert?

2. Learned - Was hast du gelernt?

Die Frage ist: Was hast du in den letzten drei Monaten in deiner Praxis gelernt?

Das muss keine große Erkenntnis sein. Vielleicht hast du etwas über dich selbst gelernt - über deine Grenzen, über das, was dir wichtig ist. Vielleicht hast du etwas über dein Team gelernt, über eine bestimmte Situation, die anders gelaufen ist als erwartet. Vielleicht hast du auch etwas darüber gelernt, wie du mit Stress umgehst oder was dir hilft, wieder runterzukommen.

Was hast du gelernt über dich als Inhaber*in, über deine Praxis, über deine Art zu führen, zu kommunizieren und für dich zu sorgen?

3. Lacked - Was hat dir gefehlt?

Diese Frage richtet den Blick auf das, was vielleicht nicht so rund gelaufen ist. Was hat dir in den letzten drei Monaten gefehlt? Was war zu wenig da? Was hättest du möglicherweise anders machen können, um zufriedener zu sein?

Vielleicht war es Zeit - mehr Zeit für dich, für strategische Themen, zum Durchatmen. Vielleicht war es Unterstützung, Klarheit, Energie. Vielleicht war es ein bestimmtes Gespräch, das nicht stattgefunden hat und das du im Nachhinein hättest führen sollen. Oder Raum für etwas, das dir wichtig ist, was aber keinen Raum bekommen hat. Vielleicht auch Wertschätzung - von anderen oder von dir selbst.

Was hat dir in den letzten drei Monaten gefehlt? Was kam zu kurz?

4. Longed for - Was hast du dir gewünscht?

Die letzte Frage: Was hast du dir gewünscht? Wonach hast du dich gesehnt?

Das kann ganz praktisch sein - mehr Struktur, mehr Ruhe, mehr Unterstützung. Es kann aber auch tiefer gehen. Vielleicht hast du dir gewünscht, dich sicherer zu fühlen in deiner Rolle. Mehr Leichtigkeit im Alltag. Mehr Verbindung zu deinem Team. Mehr Zeit für das, was dir wirklich am Herzen liegt. Oder einfach mal eine echte Pause.

Was wäre schön gewesen? Was hast du dir gewünscht?

Was du jetzt mit deinen Erkenntnissen machen kannst

Vielleicht hast du jetzt ein paar Notizen vor dir liegen - vielleicht sind es auch Gedanken, die noch nachwirken. Beides ist gut.

Meine Empfehlung: Lass das Ganze erstmal sacken. Manchmal kommen noch Ideen im Nachhinein - später unter der Dusche oder abends beim Einschlafen. Wenn dir in den nächsten Tagen noch etwas einfällt, schreib es einfach noch dazu. Diese Gedanken sind genauso wertvoll.

Und dann kannst du dir die Frage stellen: Was davon möchte ich mitnehmen ins nächste Quartal? Was soll bleiben? Was darf sich verändern?

In der nächsten Podcastfolge helfe ich dir mit einer angeleiteten Übung dabei, deine gesammelten Gedanken in die Planung des nächsten Quartals zu stecken, so dass du mit klaren nächsten Schritten weitergehen kannst.

🎁 Dein Goodie zu dieser Folge: Das Workbook mit allen Reflexions- und Planungsfragen.

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Ich wünsche dir Zeit für gesunde Praxisführung!

Deine Ina


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